Zitat

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Albert Einstein


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Freunde und Förderer der Dresdner Seniorenakademie
Wissenschaft
und Kunst e.V.


Philosophischer Gesprächskreis

Das Wörterbuch der philosophischen Begriffe definiert „Philosophie“ wie folgt:

Der Begriff ist vom griechischen Wort „philosophia“ abgeleitet und bedeutet „Weisheitsliebe“. Das griechische Wort „sophia“ das in Philosophie enthalten ist, bedeutet zunächst jede auf Sachkunde und Wissen beruhende Tüchtigkeit, dann jede tiefere Einsicht in den Zusammenhang der Dinge und die Aufgaben des Lebens (Weisheit).

Das Argumentieren stellt eines der wichtigsten Werkzeuge des Philosophierens dar. Zwar ist nicht jedes Philosophieren auch ein Argumentieren, und nicht jedes Argumentieren ist ein Philosophieren. In einer philosophischen Diskussion hat jeder grundsätzlich das Recht, etwas zu behaupten oder Behauptetes in Frage zu stellen. Dies ist eine Grundregel des vernünftigen Argumentierens.

Der Philosophische Gesprächskreis der Dresdner Seniorenakademie hat es sich zum Ziel gesetzt, in so freier Form wie möglich miteinander ins Gespräch zu kommen und philosophische und philosophierelevante Themen zu durchleuchten und zu erörtern, wobei im Vordergrund steht, die Lust am Denken zu fördern, Fragen an das Leben zu stellen, Orientierung zu geben, Lösungsansätze zu bieten und philosophisches Interesse in Bezug auf Erkenntnis- und Weisheit zu wecken. Zur Freiheit der Form gehört eine weitgespannte Toleranz, die argumentative Vertiefung und den fruchtbaren Austausch sucht, wobei wir uns im Rahmen des jeweils gemeinsam gewählten Themas austauschen und befruchten möchten.

Am Anfang jedes Gespräches steht die Aufbereitung des Themas in Form der Vermittlung von Wissen über das gewählte Thema oder die Person, um möglichst alle Beteiligten auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Anschließend erfolgt die Diskussion, d. h. der Austausch von Argumenten. Hierbei sollte derjenige, der etwas behauptet, auch bereit sein, das, was er behauptet, bei Bedarf auch zu begründen. Dieser Bedarf besteht i. d. R. immer dann, wenn jemand ernsthafte Zweifel an der Wahrheit der Behauptung hat. Es besteht stilles Einvernehmen darüber, dass ein Diskussionsbeitrag für den Zweck auf den die Diskussion zielt, relevant sein muss.

Der Gesprächskreis ist ein Forum für gemeinsame philosophische Überlegungen auf der Grundlage unterschiedlicher Meinungen und Argumentationsweisen, er soll dabei weniger als Stätte der reinen Wissensvermittlung und Wissensaneignung dienen. Der philosophische Gehalt unserer gemeinsamen Aktivitäten entwickelt sich weniger aus der Übernahme bestehender philosophischer Theorien und Postulate, die den Hintergrund der behandelten Thematiken ausmachen könnten, sondern eher aus der eigenen und gemeinsamen kontroversen Auseinandersetzung mit unserer gegenwärtigen Wirklichkeit.

In dem Gesprächskreis wollen wir aktuelle Themen aus Kultur, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und solche, die aus unserer alltäglichen Umgebung sich uns „aufdrängen“, in Hinblick auf philosophische Fragestellungen diskutieren. Unser Umgang mit der Philosophie zielt in diesem Zusammenhang darauf ab, Verbindungen zwischen dem Alltäglichen des Einzelnen und dem „Weltgeschehen“ zu vertiefen, zu erweitern und neu zu schaffen, indem der Rahmen von Theologie, Psychologie und Politik fragend einbezogen wird.

Im Wintersemester 2016/2017 hat sich der Gesprächskreis zuerst mit dem Wirken der chinesischen Philosophen, u. a. Konfuzius und seinem Schüler Menzius befasst, sich anschließend mit den komplexen Themen „Armut und Reichtum in der Welt“ sowie „Rassismus“ auseinandergesetzt, die Auswirkungen von „Digitalisierung und künstlicher Intelligenz“ auf den Menschen und die Gesellschaft bildeten einen weiteren Themenkomplex, sodann standen Immanuel Kant und die Frage „was ist Aufklärung“ auf der Agenda.

Im darauf folgenden Semester beschäftigte sich der Kreis mir den beiden zeitgenössischen, jedoch häufig kontrovers argumentierenden Philosophen Richard David Precht und Peter Sloterdijk. In einem Rückblick auf René Descartes, dem „Denker des Abendlandes“, wurde dessen Wirken und Bedeutung für die moderne Philosophie aber auch für die Weiterentwicklung der Naturwissenschaften hinterfragt und in einer eingehenden Diskussion gewürdigt. Weitere Themen mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft und Gesellschaft“ betrafen die Analyse der Ursachen und Auswirkungen der letzten großen Finanzkrise sowie die Beschäftigung mit dem Wirtschaftstheoretiker Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew und der von ihm entwickelten Theorie zur zyklischen Wirtschaftsentwicklung, die Theorie der Langen Wellen.

Ein Beispiel für die wissensgerechte Aufbereitung eines Diskussionsthemas wie „Armut und Reichtum“ finden Sie beigefügt in Form einer PowerPoint-Präsentation. Der dort zum Ausdruck gebrachte Sachverhalt bildet die Grundlage oder Ausgangslage für das anschließende Gespräch bzw. den Meinungsaustausch.

Inzwischen hat sich im Gesprächskreis ein Kern von ca. 17 Personen herauskristallisiert, die teils regelmäßig, teils sporadisch oder je nach behandeltem Zyklusthema zu den Diskussionsrunden erscheinen. Insgesamt kommen gegenwärtig zu den 14-tägigen Treffen jeweils um die 12-15 Teilnehmer. Das jeweilige Diskussionsthema wird einvernehmlich vorher festgelegt.

Ansprechpartner und Moderator:    Herr Dieter Seyfarth, Email: dieterseyfarth@arcor.de

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